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Nachdenken über Sex

Es ist gerade ja sehr still hier. Das liegt einerseits daran (wie ellen schon des Öfteren getwittert hat), dass ellen einfach schrecklich viel arbeiten muss und manchmal einfach nicht die Zeit dazu hat, auch nur an Sex zu denken. Und wenn doch ein wenig Zeit bleibt, dann hat sie lieber Sex als darüber zu schreiben. Und andererseits liegt es vielleicht auch daran, dass sie momentan “privat” zu glücklich ist. Klingt komisch, scheint aber so zu sein.

ellen hatte anfangs ja auch die Theorie aufgestellt, dass dieser Blog ihr helfen soll, die Monogamie auszuhalten, eine Art Sublimation für unterdrückte Gelüste, verpasste Erfahrungen usw. Und, nun ja, es fällt ellen gerade überhaupt kein bisschen schwer, die Monogamie auszuhalten. ellen hätte nie gedacht, dass das einmal mit ihr passieren würde, dass ihr ein Mann so lange so genug sein kann, dass es nicht langweilig wird sondern besser, dass es nicht öder wird, sondern tatsächlich vertrauter, liebevoller, phantasievoller, reicher, einfach besser, besser, besser. Sie hatte immer Angst, dass es gar nicht so lange gut gehen und aufregend bleiben kann, dass man den anderen automatisch unattraktiver findet und umgekehrt, dass man immer weniger Sex hätte und immer den gleichen, statt Neues auszuprobieren, aus Faulheit, aus mangelndem Interesse am anderen.

ellen hätte nie gedacht, dass alles so gut sein könnte, wie es jetzt für sie ist. ellen war noch nie so glücklich mit jemandem, es fehlt nichts, es macht Spaß, sie verpasst nichts, es wird einfach immer besser. Das heißt überhaupt nicht, dass nicht wieder eine Phase kommen mag, in der ellen nicht wieder anderweitige Sehnsüchte hat, die nur außerhalb einer Zweierbeziehung lebbar wären und auf die sie deshalb verzichten muss und wird. Das kann wieder kommen (ohne dass es dann bedeutet, dass ihre Beziehung deshalb schlechter wäre als vorher, das sind eben Phasen).

Das heißt auch nicht, dass ellen diesen Blog hier schließen wird. Im Gegenteil, sie wird sich einfach Mühe geben, ab und zu dennoch über Sex zu schreiben. Schließlich kann man ihn ja auch danach haben, nachdem man geschrieben/gelesen hat, gell? ;-) Ja, das ist es eben: ellen fühlt sich wohl mit dem Mann, den sie liebt, wohl mit ihren Phantasien, die hier Platz haben und wohl mit seinen Phantasien, die sie mit ihm teilen und teilweise ausleben kann. Es macht Spaß, fremde Ideen in die Tat umzusetzen, sich davon überraschen zu lassen, seine Erregung zu spüren, seinen Atem zu hören, seinen steifen Schwanz zu sehen, zu spüren… Es tut gut, sich einlassen zu können, vertrauen zu können, keine Angst haben zu müssen und nicht verletzt zu werden.

Sie kann sich vorstellen, für immer nur bei diesem einen zu bleiben, für immer seinen Schwanz zu lutschen und sich ausschließlich seinen Schwanz reinstecken zu lassen, warum nicht. Sie kann sich vorstellen, dabei immer glücklicher zu werden und sie denkt sogar daran, wie schön es wäre, bei einer dieser Gelegenheiten ein Baby zu machen, mit ihm. Und das ellen, die früher keine Kinder haben wollte. Es muss an ihm liegen und daran, dass sie gerne eines von ihm hätte. Und dann überlegt sie sich, wie das dann wohl mit dem Sex wäre und ob sie in der Schwangerschaft wohl viel Lust hätte (sie geht davon aus, dass dies ganz bestimmt der Fall sein würde!) und wie er ihren nackten Baby-Bauch-Körper fotografieren würde und wie es wohl danach weiterginge mit dem Sex. Und dass sie danach bestimmt weiterhin Sex haben würden, wie die meisten anderen Menschen auch, denn woher kämen sonst die vielen kleinen Geschwisterchen.

Und dann ist ellen ganz zufrieden und blickt ganz vertrauensvoll in die Zukunft und freut sich auf eine gute Beziehung und himmlischen Sex bis an ihr Lebensende. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ficken sie noch heute. Oder so…

Monogamie und ellen, das ist ja so eine Hassliebe. Das ist oft ein Problem. Manchmal ein Vergnügen. Und meistens schwierig. ellen dachte ja immer, dass das mit der Zeit, mit dem Alter mal nachlässt, dieses Gefühl, etwas zu verpassen, noch so schrecklich viel erleben zu wollen, noch nie eine Frau mit einem Dildo oder mit zwei Männern gleichzeitig gevögelt zu haben. Aber es lässt nicht nach. Immer noch nicht. Diese übergroße Neugier, der Hunger nach Neuem bleibt. Und der Gedanke, dass man vielleicht den Rest seines Lebens (wenn sozusagen alles gut geht) nur noch mit einem einzigen Mann schlafen soll, bleibt immer noch unerträglich, der wird nicht süßer.

Ganz gut klappt das mit ellen und der Monogamie immer nur am Anfang, in der allerersten, verliebtesten Phase, so frische drei bis sechs Monate lang. Dann wird es schon mühsam. Bisher hat ellen alle ihre Freunde, alle ‘Lebensgefährten’ betrogen, jeden einzelnen, aber jeden anders. Nur den jetzigen noch nicht, noch nie. Und das soll auch so bleiben. Vielleicht ist dieser Sexblog deshalb auch eine Art Sublimation, eine Möglichkeit etwas auszuleben, sozusagen als Cyber-Sex, Sex mit Buchstaben im Netz, Sex mit Erinnerungen und Phantasien, ohne dabei den zu verletzen, den ellen liebt.

Aber das ist nur eine Interpretation. Die andere ist noch einfacher: ellen liebt Sex, sie interessiert sich sehr für Sex, eigentlich für nichts so sehr wie für Sex, sie denkt beinahe dauernd daran, sie will ihn fast immer, sie bekommt ihn nicht immer, sie macht es sich oft und gerne selbst und sie schreibt gerne darüber. Und dann freut ellen sich, wenn das jemand liest. Und vielleicht auch noch einen Kommentar hinterlässt, hier. Also ein Blog für den monogamen Sex, aber durchaus nicht nur über monogamen Sex. Da steht ja auch schon, worum es hier gehen soll:

um Fundstücke aus dem Netz und vor allem aus anderen erotischen Blogs, um Literaturkritik – aber nur Bücher erotischen bis pornographischen Inhalts, versteht sich -, um Sexspielzeug (ellens heißgeliebte Vibratoren!) und erotische Gerichte, denn die beflügeln die Liebe, um sexuelle Erlebnisse, erotische Phantasien und Geschichten, um Sex, den ellen bekommt und auch um den, den sie nicht bekommt, um Sex, den ellen erlebt hat und um den, den sie nie erleben wird. Und – wie dort erwähnt – vielleicht entsteht dabei ja der erotische Briefroman, den ellen schon so lange schreiben will, wer weiß. Vielleicht ist es leichter, ihn kapitelweise hier zu schreiben, in einzelnen Briefen an ein unbestimmtes ‘Du’, als ihn alleine im stillen Kämmerlein und am Stück zu schreiben. Vielleicht wird das aber auch einfach nichts, davon lässt ellen sich überraschen.

An der Seite hier wird auch noch ein wenig gebastelt werden, das ist ja nur ein Anfang und übrigens: braucht ellen diese FSK-Warnung auf der Seite? Die steht ja so ähnlich in vielen Erotik-Blogs, aber eigentlich ist das doch unsinnig: erotische Bücher haben ja auch keine Warnung aufgedruckt, warum also ein Blog? Nun gut, so weit also erst einmal zu ellen, dem Sex, der Monogamie und diesem erotischen Blog. Und wenn ihr auch twittert, dann followed ellen doch gerne hier.

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