Kategorie: Erotische Filme


Die Träumer von Bernardo Bertolucci

Worum es in “The dreamers” von 2003 geht, kann man sehr schön in der Wikipedia nachlesen. Was ich an dem Film mag, ist die Atmosphäre, die ganze Stimmung des Films und ja, vielleicht auch die Gleichsetzung von politischer 68er-Revolution draußen mit der sexuellen Revolution, welche die drei Jugendlichen innerhalb ihrer vier Wände vollziehen: die Zwillinge Théo und Isabelle und der Amerikaner Matthew entdecken sich in einer Pariser Altbauwohnung gegenseitig, während die Eltern im Urlaub sind.

Um diesen Film einen erotischen Film zu nennen, sind vielleicht zu wenige Sexszenen enthalten. Die enthaltenen gefallen mir aber sehr und ich empfinde sie als ästhetisch und gleichzeitig erregend. Da ist einerseits die Szene, in der Isabelle ihren Bruder Théo bestraft, weil er einen Filmtitel nicht errät, und ihn zwingt, vor ihr und vor Matthew zu masturbieren. Dies tut er dann hingebungsvoll, auf den Knien, vor einem Bild Marlene Dietrichs. Leider sieht man das Ganze nur von hinten, aber Geräusche und Bewegungen reichen, um die Phantasie zu entfachen. Und ja, ich finde Masturbationsszenen auch bei Männern sehr erregend. Danach geht Isabelle zum Plakat und streicht darüber, das Sperma ihres Bruders mit den Fingern aufnehmend.

Auch die zweite Szene ist eine Bestrafung, diesmal erraten Isabelle und Matthew den Namen eines Films nicht und Théo will sie zwingen, vor seinen Augen miteinander zu schlafen. Isabelle entkleidet sich, doch Matthews (der sich anfangs sogar schämt, sich vor Théo umzuziehen) versucht zu fliehen. In der Küche überwältigen ihn die Zwillinge und während Théo ihn festhält, zieht Isabelle Matthew die Hose aus, unter der ein hübscher Ständer zu sehen ist. Matthew scheint kurz in Ohnmacht zu fallen, leistet dann aber keine Gegenwehr mehr. Als er erwacht, hält ihn Théo in den Armen und Isabelle liegt auf dem Küchenboden. Der verliebte Matthew legt sich auf sie und sie machen es auf dem Küchenboden, wobei Matthew Isabelle um Hilfe beim Einführen bittet und Isabelle insgesamt nicht besonders glücklich wirkt. Théo hat kaum mehr einen Blick übrig für die Szene und brät sich stattdessen ein paar Eier. Hinterher streichelt er seine Zwillingsschwester und fasst ihr zwischen die Beine: Blut, sie war noch Jungfrau und Théo wusste es, anders als Matthew, der sie für erfahren hielt.

Die Szene hat insgesamt durchaus etwas, die leichte Gewalt, die angewendet wird, Matthews steifer Schwanz, der kurz zu sehen ist, das Ficken auf dem harten Küchenboden und die Spiegeleier in der Pfanne… Mit expliziten Sexszenen war es das schon wieder, aber wie schon zu Anfang werden inzestuöse Beziehungen zwischen den Geschwistern immer wieder angedeutet, Matthew legt seine Scham ab, die drei baden zusammen, schlafen nackt nebeneinander und im Rausch werden selbst Ereignisse zwischen den beiden Jungs denkbar, was jedoch nicht ausgeführt wird.

Wie gesagt, für einen Erotikfilm ist das zu wenig, die Atmosphäre knistert aber durchaus und ich mag die Freiheit, zu der die drei gelangen im Umgang mit ihren Körpern, die Schamlosigkeit den anderen gegenüber. Und ich mag den Film, weil auch ich mich in meiner Jugend in eine Kunstwelt zurückgezogen habe (bei mir waren es Bücher, im Film sind es Filme) und mich dort vor der Realität versteckt habe. Und ich mag den Film, weil ich genauso wie Théo mal zu meinen Eltern gesagt habe, dass ich niemals so werden möchte wie sie.

In Handschellen

Kleine Entdeckung am Rande, ein sehr hübsches Filmchen:

http://www.lustcinema.com/video/Handcuffs/

via Sex-and-Blogs

Und wer sich noch weiter über Filme informieren mag, die vielleicht auch Frauen ansprechen (obwohl man noch darüber streiten könnte, ob/welche/wie viele Frauen von “normalen” Pornos nicht angesprochen werden), der schaue sich hier um.

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