Kategorie: Erotische Bücher


Da tappt ellen heute doch zufällig in eine Buchhandlung und stolpert über ein Buch, das sie dringend mitnehmen muss: FeuchtOasen – Erotische Bekenntnisse, von Anna Lynn, erschienen im Verlag blue panther books. Im Klappentext heißt es da: “Anna Lynn berichtet aus ihrem wilden, erotischen Leben. Es ist voll von sexueller Gier, Wollust und wilden Sexpraktiken. Anna Lynn kann immer, will immer und macht es immer … Sex! Pastorinnen, Reitlehrer, Architekten, Gärtner, Chauffeure, Hausdamen & Co. Alle müssen ran!”

Interessant ist hier erstmal, dass Autorin und Romanfigur hemmungslos miteinander identifiziert werden, aber das ist ja nichts Neues, mal abgesehen davon, dass die Autorin einem dies auch erleichtert, indem sie eine ihrer Hauptfiguren “Anna” nennt. Oder indem sie ihr Pseudonym (denn wer sagt uns, dass die Autorin tatsächlich Anna Lynn heißt) eben nach ihrer Hauptfigur gewählt hat, wie auch immer.

Gekauft hat ellen das Buch aber wegen eines Zusatzes, der aus dem Mund der Autorin anderer erotischer Bücher, Trinity Taylor, stammt. Diese sagt nämlich: “Endlich mal ein echtes Männerbuch. Für mich ist Anna Lynn eindeutig DIE neue Henry Miller!” Naja, wenn da Henry Miller erwähnt wird, dann wird ellen natürlich neugierig, so sehr dies auch an den Haaren herbeigezogen sein mag. Und wenn dann auch noch von einem “Männerbuch” die Rede ist – was ja auch nochmal dick in rundumlaufender Kolonne auf dem Cover abgedruckt ist -, dann fragt sich ellen zwar, weshalb ausgerechnet eine Frau (Trinity? oder ist das nur das Pseudonym eines Mannes?) das nun beurteilen können sollte, muss dieses Buch aber natürlich haben, ist ja klar. ellen fragt sich auch, ob das Absicht des Marketings war, denn eigentlich ist es ja logisch, dass eine Frau, die nach etwas “Verbotenem” sucht, umso lieber ein mit “Männerbuch” gekennzeichnetes Werk auswählen wird.

Das Buch landete also letztlich mit ellen im Bett und musste natürlich sofort angelesen werden. Henry Miller – nun ja, kein weiterer Kommentar. “Pastorinnen, Gärtner, Chauffeure” kommen auch gleich zum Einsatz, wobei wenige Klischees ausgelassen werden, denn das gehört ja wirklich zum üblichen Personal vieler mehr oder weniger guter erotischer Romane. Die Amazon-Bewertungen bemängeln am Buch teilweise, dass es quasi zu wenig um den heißen Brei herumredet, sondern sofort zur Sache kommt. Wer sich erotische Verführung und phantasievolle Einstimmung wünscht, der ist bei diesem Buch sicherlich falsch. Ja, ein einzelnes Sexerlebnis wird tatsächlich manchmal in wenigen Zeilen abgehandelt. Und dann kommt sofort das nächste. Man lernt die Figuren dabei auch nicht kennen, sie sind austauschbar, aber all das findet ellen schon ganz okay. Trotz dieser Einschränkungen empfindet ellen das Buch durchaus als anregend, denn es geht eben ganz unverblümt und nur um Sex. Immerhin spart man sich so auf jeden Fall das Blättern von einer spannenden Stelle zur nächsten, denn im Buch findet sich sicher keine einzige Seite, auf der nicht gevögelt wird.

Nur manchmal übertreibt es die Autorin ein bisschen und man fragt sich, ob sie absichtlich jedes Klischee bedient hat und sich in Wirklichkeit still und heimlich lustig macht über ihre Leser. Zum Beispiel wenn “Anna” über die Lektorin ihrer Mutter (bald Bestsellerautorin) schreibt (Zitat S.22):

Die Lektorin war nicht nur eine Lesbe, die es schaffte, Mama nach allen Regeln der Kunst zu verführen, sie stieß Mama auch noch auf die richtigen Themen. Nach drei Jahren erschien dann endlich Mamas erster Bestseller. Das Buch war so schweinisch und versaut, dass Mama unter einem Pseudonym schrieb. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, landete auch ich im Bett der Lektorin. Eine ganze Woche war nötig, bis ich wieder bereit war, einen Schwanz in meine Muschi oder den Mund zu schieben. [...]

Einmal überraschte mich Mama mit zwei Schauspielern im Bett. Sie riss sich die Kleider vom Leib und fiel über die Männer her. Was sind wir doch für eine verdorbene Familie! Mutter und Tochter zusammen beim Vögeln – man soll es nicht für möglich halten! Dabei musste ich feststellen, dass Mama für ihr Alter eine Menge draufhat.

Ja. Hier setzt die Autorin dem Ganzen vielleicht ein bisschen zu viel des Guten auf. Die lesbische Lektorin, die der Mama einheizt! Die versauten Bücher der Mama! Die Tochter, die sich auch der Lektorin hingibt!  Und bei der Schauspieler-Szene und der gespielten Empörung der Erzählerin darüber musste ellen dann ein bisschen schmunzeln. Und dann hat es die Mama natürlich auch noch so richtig drauf! (“Für ihr Alter”, versteht sich, was auch immer das heißen mag.) Das ist an der Grenze zur Parodie auf Sexromane, wenn es denn bewusst gemacht ist.

Alles in allem aber eine durchaus anregende Lektüre für diejenigen unter euch, die es mögen, wenn es sofort und in eindeutigen Worten zur Sache geht und die keine DrumRum-Geschichte zum Warmwerden brauchen. Mal sehen, wie es weitergeht… Der Vibrator liegt jedenfalls griffbereit.

Mitten in dem erotischen Roman (autobiographisch und pornographisch), den ellen gerade liest, findet man das Rezept zu einer ‘Crostata’, also einem italienischen Mürbeteig-Frucht-Kuchen. Komisch, oder? Die Erklärung ist aber ganz einfach: die Erzählerin Michelle behauptet, dass man mit diesem Rezept einfach jeden herumbekommen könne. Und das passt ja gut zu ellens Theorie, dass Sex und Essen stark zusammenhängen. Also will ellen euch dieses ultimative, aphrodisierende und wirklich sehr köstliche Kuchen-Rezept nicht vorenthalten:

Teig:

250 g Mehl, 50 g gemahlene Mandeln, 150 g kalte Butter (direkt aus dem Kühlschrank und in Stücke geschnitten), 80 g Puderzucker, 1 ganzes Ei und 1 Eigelb, 1 Prise Salz, abgeriebene Schale 1 Bio-Zitrone

Alles zusammen zu einem Teig verkneten (mit den Händen, erst in der Schüssel, dann auf der Arbeitsfläche), daraus eine Kugel formen und in Folie verpackt in den Kühlschrank geben, mindestens eine Stunde dort drinlassen (besser noch 6 Stunden, der Teig hält sich dort auch bis zu 3 Tage). Danach 3/4 des Teiges auf der bemehlten Arbeitsfläche oder zwischen Frischhaltefolie rund ausrollen, so dass der ‘Teigfladen’ etwas größer ist als die runde Form, die man zu benutzen gedenkt, Form buttern, Teig geschickt hineingeben und damit auch einen 2-3 cm hohen Rand ‘bauen’. Die Form samt Teig stellt man wieder in den Kühlschrank, genauso das restliche 1/4 des Teiges.

Füllung:

500 g Frucht (ohne Kerne etc. wiegen und in Stücke teilen), Saft von 1 Zitrone, ca. 100 g brauner Zucker (je nach Fruchtsorte) zusammen ca. 40 min im Topf einköcheln lassen, bis die Konsistenz marmeladenartig ist. Wenn es zu flüssig bleibt, 2 TL Speisestärke in etwas Flüssigkeit anrühren (damit nichts klumpt) und dann unter die Fruchtmasse rühren.

Basteln und Backen:

Den Kuchenboden noch mehrmals mit einer Gabel einstechen, dann die Fruchtfüllung darauf verteilen. Das restliche Viertel des Teiges ausrollen, in Streifen schneiden und gitterartig auf den Kuchen legen (wie bei einer Linzer Torte), den Rand (wenn er über die Füllung ragt, noch ein wenig nach unten drücken). Ein Eigelb mit 2 EL Milch verrühren und auf die Teigstreifen pinseln. Kuchen in den auf 200 Grad vorgeheizte Backofen geben und ca. 40 Minuten backen, bis er durch und schön braun ist. Dann sieht er ungefähr so aus:

Klingt alles ein wenig kompliziert, aber eigentlich ist es das gar nicht. Einfach mal ausprobieren! Man mag natürlich dennoch fragen, warum ellen euch das hier als erotisches Rezept präsentiert. Einerseits kann man den Kuchen sehr gut mit Pflaumen machen. Gut sind zwar auch Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen oder Himbeeren, aber bei ‘Pflaume’ wären wir ja wieder bei einer sehr schönen Wortwahl für weibliche Geschlechtsteile. Hier also keine aphrodisierenden Zutaten, dafür aber durch die Pflaumen sexy. Oder man nimmt eben Feigen, das kommt ja aufs selbe raus. ;-)

Und wie kommt die Michelle aus ellens pornographischem Roman nun an dieses Rezept? Michelles Lebensphilosophie ist es, Herrin über sich und ihren Körper zu sein, lasziv und sachlich, intelligent und herzlich, die Lust in den Körpern der anderen zu suchen und ihren Körper darzubieten, um Lust zu verschaffen. Die Siebzehnjährige jobbt in einer Konditorei und wirft sich nach einer Weile dem sehr hübschen Konditor Alex an den Hals, weil sie große Lust hat, es mit ihm dort in der Konditorei “zwischen Puderzucker und Tortencreme” zu treiben.

Sie versteckt sich also nackt im Umkleideraum bis Alex auch kommt und als dieser gerade die Arbeitshose auszieht, umarmt sie ihn, küsst ihn, drängt sich an ihn. Alex lässt das geschehen, bleibt aber seltsam unbeteiligt, auch als Michelle nach seinem Schwanz greift, ist der ganz schlaff. Sie fragt ihn, schon ein wenig erbost, ob sie ihm denn nicht gefalle und Alex gesteht, dass er gerade zum ersten Mal eine Frau küsst: er ist schwul. Nach einer peinlichen Pause müssen beide lachen und erzählen sich, dass sie jeweils mit vielen Männern schlafen (Michelle sagt, sie ficke so oft sie könne). Sie berühren und streicheln sich noch ein bisschen gegenseitig, aber nur aus Neugier, Zärtlichkeit.

Und Alex rät ihr dann: wenn er jemanden treffe, den er will und der nichts von ihm will, dann mache er einen Kuchen, eine Torte, eine Süßspeise für ihn und dann liebe der ihn sofort. Und er bringt Michelle bei, die Crostata nach obigem Rezept zuzubereiten, das Rezept, mit dem man jeden verführen kann. ellen gibt zu, dass dies kein Gericht ist, das man auf dem Körper verteilen und ablecken kann, auch keines, das man sich irgendwo hinstecken kann und auch keines mit erotisierenden Zutaten. Die gibt es dann das nächste Mal. Aber es ist ein Rezept für den Anfang, wenn ihr jemanden erst noch ins Bett bekommen wollt. Also viel Erfolg dabei!

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