Archive for März, 2010


Ich habe ja schonmal den Blog erotica – Erotisches aus der Sicht einer Frau gelobt [Nachtrag: dieses Blog scheint es nicht mehr zu geben], auf dem es immer noch und immer wieder wunderschöne erotische und teils durchaus auch pornographische Bilder zu sehen gibt. Beim Herumstöbern bin ich jetzt auf drei weitere solcher Blogs gestoßen, die stilvolle erotische Fotos veröffentlichen: einerseits der Blog twofaces, auf dem jeden Tag mindestens ein Photo eingestellt wird, andererseits ist da die Seite syntheticpubes, auf der sehr, sehr fleißig sexy Bilder veröffentlicht werden. Und dann ist da auch noch die Seite drei, wo nicht ganz so regelmäßig, aber immer wieder von einer Frau ausgewählte Fotos zu sehen sind. Wie gesagt, alle sehr empfehlenswert und anregend.

Viel Spaß beim Betrachten und einen angeregten Abend wünscht
ellen

Da tappt ellen heute doch zufällig in eine Buchhandlung und stolpert über ein Buch, das sie dringend mitnehmen muss: FeuchtOasen – Erotische Bekenntnisse, von Anna Lynn, erschienen im Verlag blue panther books. Im Klappentext heißt es da: “Anna Lynn berichtet aus ihrem wilden, erotischen Leben. Es ist voll von sexueller Gier, Wollust und wilden Sexpraktiken. Anna Lynn kann immer, will immer und macht es immer … Sex! Pastorinnen, Reitlehrer, Architekten, Gärtner, Chauffeure, Hausdamen & Co. Alle müssen ran!”

Interessant ist hier erstmal, dass Autorin und Romanfigur hemmungslos miteinander identifiziert werden, aber das ist ja nichts Neues, mal abgesehen davon, dass die Autorin einem dies auch erleichtert, indem sie eine ihrer Hauptfiguren “Anna” nennt. Oder indem sie ihr Pseudonym (denn wer sagt uns, dass die Autorin tatsächlich Anna Lynn heißt) eben nach ihrer Hauptfigur gewählt hat, wie auch immer.

Gekauft hat ellen das Buch aber wegen eines Zusatzes, der aus dem Mund der Autorin anderer erotischer Bücher, Trinity Taylor, stammt. Diese sagt nämlich: “Endlich mal ein echtes Männerbuch. Für mich ist Anna Lynn eindeutig DIE neue Henry Miller!” Naja, wenn da Henry Miller erwähnt wird, dann wird ellen natürlich neugierig, so sehr dies auch an den Haaren herbeigezogen sein mag. Und wenn dann auch noch von einem “Männerbuch” die Rede ist – was ja auch nochmal dick in rundumlaufender Kolonne auf dem Cover abgedruckt ist -, dann fragt sich ellen zwar, weshalb ausgerechnet eine Frau (Trinity? oder ist das nur das Pseudonym eines Mannes?) das nun beurteilen können sollte, muss dieses Buch aber natürlich haben, ist ja klar. ellen fragt sich auch, ob das Absicht des Marketings war, denn eigentlich ist es ja logisch, dass eine Frau, die nach etwas “Verbotenem” sucht, umso lieber ein mit “Männerbuch” gekennzeichnetes Werk auswählen wird.

Das Buch landete also letztlich mit ellen im Bett und musste natürlich sofort angelesen werden. Henry Miller – nun ja, kein weiterer Kommentar. “Pastorinnen, Gärtner, Chauffeure” kommen auch gleich zum Einsatz, wobei wenige Klischees ausgelassen werden, denn das gehört ja wirklich zum üblichen Personal vieler mehr oder weniger guter erotischer Romane. Die Amazon-Bewertungen bemängeln am Buch teilweise, dass es quasi zu wenig um den heißen Brei herumredet, sondern sofort zur Sache kommt. Wer sich erotische Verführung und phantasievolle Einstimmung wünscht, der ist bei diesem Buch sicherlich falsch. Ja, ein einzelnes Sexerlebnis wird tatsächlich manchmal in wenigen Zeilen abgehandelt. Und dann kommt sofort das nächste. Man lernt die Figuren dabei auch nicht kennen, sie sind austauschbar, aber all das findet ellen schon ganz okay. Trotz dieser Einschränkungen empfindet ellen das Buch durchaus als anregend, denn es geht eben ganz unverblümt und nur um Sex. Immerhin spart man sich so auf jeden Fall das Blättern von einer spannenden Stelle zur nächsten, denn im Buch findet sich sicher keine einzige Seite, auf der nicht gevögelt wird.

Nur manchmal übertreibt es die Autorin ein bisschen und man fragt sich, ob sie absichtlich jedes Klischee bedient hat und sich in Wirklichkeit still und heimlich lustig macht über ihre Leser. Zum Beispiel wenn “Anna” über die Lektorin ihrer Mutter (bald Bestsellerautorin) schreibt (Zitat S.22):

Die Lektorin war nicht nur eine Lesbe, die es schaffte, Mama nach allen Regeln der Kunst zu verführen, sie stieß Mama auch noch auf die richtigen Themen. Nach drei Jahren erschien dann endlich Mamas erster Bestseller. Das Buch war so schweinisch und versaut, dass Mama unter einem Pseudonym schrieb. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, landete auch ich im Bett der Lektorin. Eine ganze Woche war nötig, bis ich wieder bereit war, einen Schwanz in meine Muschi oder den Mund zu schieben. [...]

Einmal überraschte mich Mama mit zwei Schauspielern im Bett. Sie riss sich die Kleider vom Leib und fiel über die Männer her. Was sind wir doch für eine verdorbene Familie! Mutter und Tochter zusammen beim Vögeln – man soll es nicht für möglich halten! Dabei musste ich feststellen, dass Mama für ihr Alter eine Menge draufhat.

Ja. Hier setzt die Autorin dem Ganzen vielleicht ein bisschen zu viel des Guten auf. Die lesbische Lektorin, die der Mama einheizt! Die versauten Bücher der Mama! Die Tochter, die sich auch der Lektorin hingibt!  Und bei der Schauspieler-Szene und der gespielten Empörung der Erzählerin darüber musste ellen dann ein bisschen schmunzeln. Und dann hat es die Mama natürlich auch noch so richtig drauf! (“Für ihr Alter”, versteht sich, was auch immer das heißen mag.) Das ist an der Grenze zur Parodie auf Sexromane, wenn es denn bewusst gemacht ist.

Alles in allem aber eine durchaus anregende Lektüre für diejenigen unter euch, die es mögen, wenn es sofort und in eindeutigen Worten zur Sache geht und die keine DrumRum-Geschichte zum Warmwerden brauchen. Mal sehen, wie es weitergeht… Der Vibrator liegt jedenfalls griffbereit.

Strafe

Ich bin noch nicht bestraft worden. Wofür auch immer. Ich sollte bestraft werden.

Ich male ein Bild:

Ich liege auf dem Bett, mit dem Bauch nach unten und mein weißer Hintern reckt sich nach oben. Ich trage schwarze Stiefel oder schwarze Strümpfe, die bis über meine Kniekehlen reichen, die weichen. Oben ein Korsett bis unter die spitzen Schulterblätter, ebenfalls schwarz, dazu die Blässe meiner Haut. Arme und Beine sind gespreizt, weil Du sie gefesselt hast, die breiten schwarzen Bänder liegen um Handgelenke und Fußknöchel. Mein Haar ist offen und verdeckt mein Gesicht. Vielleicht trage ich eine Augenbinde. Oder einen Knebel. Damit ich nicht schreien kann und nicht stöhnen, damit ich Dir nicht sagen kann, was mir gefällt, denn das ist unwichtig jetzt. So liege ich und warte auf Dich.

Ich weiß nicht, was Du mit meinem emporgereckten Hintern tust und ob er danach noch so weiß ist wie er es anfangs war. Aber ich weiß, dass Du mich nehmen wirst und dass sich Dein Schwanz in mich bohren wird und nicht nur dort, wo er sich sonst bewegt, rein und raus. Ich werde gefesselt sein und Du wirst mein Arschloch ficken und ich werde nicht schreien. Du wirst nicht vorsichtig sein, wie Du es sonst bist, Du wirst Dir nehmen was Du willst. Ich werde Dich spüren, nah und heiß, die Anspannung in Deinem Körper über meinem, werde auf Dein Atmen hören und die Zuckungen erwarten, die mein Arschloch mit Deinem Saft füllen, wenn Du ganz tief in mich gestoßen hast bis es schmerzt.

Dann will ich Deine Lippen. Deine Zunge in meinem Mund, die sagt, dass ich Dein bin.

Ich werde nass, wenn ich an meine Strafe denke. Bitte!

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