Puttanesca oder Hurensauce

Wie letztes Mal schon angekündigt, wird es diesmal bei den erotischen Rezepten salzig und vor allem schärfer: das erotische Rezept von heute sind Spaghetti (alla) puttanesca, Spaghetti auf Nuttenart oder Hurenspaghetti oder wie auch immer man das übersetzen will (denn puttana ist auf Italienisch eben ein unfeinerer Ausdruck für Prostituierte). Warum diese Pastasoße so heißt? Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen:

Auf der Wikipedia-Seite wird u.a. anderem behauptet, dieses Gericht sei in süditalienischen Bordellen entstanden, die sogenannte ‘Case chiuse’ gewesen seien. D.h. die ‘Bewohnerinnen’ hätten nur selten herauskommen und einkaufen dürfen und den Rest der Zeit dann eben Gerichte gekocht, die aus Vorräten zuzubereiten sind. Eine andere Erklärung besagt, die Spaghetti puttanesca gehen eben einfach schnell und das hätten die Prostituierten zwischen zwei Freiern fix kochen können. Irgendwo habe ich aber auch schon einmal gelesen, dass die Nudelsauce an die verschiedenen Unterwäschefarben der Damen erinnerten: rot (Tomaten), schwarz (Oliven), weiß (Nudeln) und grün (Kapern).

Wie dem auch sei, es ist jedenfalls ein leckeres Gericht und darüber hinaus tatsächlich erotisierend, denn es enthält ein echtes Aphrodisiakum: Chilis. Chilis regen die Durchblutung an und wozu das gut ist, können wir uns alle denken. Also: dem/der Liebsten dieses Gericht kochen, ihn/sie dann an bestimmten Stellen intensiv verwöhnen und dann über die gute Durchblutung und die schönen Folgen davon freuen! Aber bitte nur innerlich anwenden und auf keinen Fall äußerlich auf empfindlichen Stellen, wenn ihr nicht auf Schmerz steht!

Das Rezept für 2-3 Personen: Man nehme 2 Knoblauchzehen und/oder 1 Zwiebel (je nachdem ob Knoblauch gerade passt, man kann aber auch die Zwiebel weglassen und nur mit Knoblauch kochen) und hackt sie fein. Außerdem nimmt man 6-8 in Öl eingelegte Sardellenfilets und 1 frische oder getrocknete Chilischote und hackt beides ebenfalls. Das alles zusammen brät man dann in ca. 2 EL Olivenöl kurz an, bis die Sardellen sich aufgelöst haben. Man gibt 1 Dose ganze, geschälte Tomaten (400 g) dazu und einen guten Schluck trockenen Rotwein (ca. 100 ml). Ich gebe außerdem noch 1 EL Tomatenmark rein, dann wird der Tomatengeschmack intensiver.

Schonmal Wasser heiß werden lassen für die Nudeln (man nimmt normalerweise Spaghetti, es gehen aber auch andere, nur besser keine mit Ei). Die Spaghettisauce lässt man inzwischen mindestens 10 Minuten mit offenem Deckel kochen, länger schadet nicht. Man nimmt 1 großen EL Kapern, wenn man mag macht man sie etwas kleiner, außerdem 1 großen EL schwarze Oliven (ohne Kern, versteht sich), die schneidet man in Ringe. Wenn die Nudeln bissfest fertig gekocht sind, gibt man Kapern und Oliven zur Tomatensauce, würzt nochmal mit Pfeffer und Salz (wenig, weil die Sardellen schon salzig sind) und serviert alles.

Wer mag, reibt sich frischen Parmesan darüber und trinkt ein Glas trockenen Rotwein dazu (z.B. den, den man zum Kochen geöffnet hat). Guten Appetit und einen feurigen Nachtisch wünscht ellen.

Hinweis: das Bild stammt von der Wikipedia-Seite und ist von Rainer Zenz.

2 Antworten zu “Puttanesca oder Hurensauce”

  1. Habe vor ein paar Wochen auch eine Puttanesca-Version ins Netz gestellt:
    http://www.italien-blog.com/italienische-kueche/spaghetti-alla-puttanesca/

    @dirknolte on Twitter

  2. ellenunddersex Sagt:

    Hallo Dirk, leider habe ich Deinen Kommentar jetzt erst aus dem Spamfilter gefischt und freischalten können, tut mir leid! Und Dein(e) Rezept(e) hatte ich bei meiner ‘Recherche’ schon entdeckt, ja. Weicht von meinem natürlich schon ein wenig ab, aber wahrscheinlich hast Du Recht: es geht nicht um ‘originalgetreu’, sondern darum, schnell etwas Warmes und Wärmendes zu kochen, das lässt natürlich Variationen zu. Und Deine Idee mit den 2 Flaschen Weisswein ist natürlich voll zu unterstützen! :-)

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