Wortwahl

ellen wurde über twitter gefragt, ob ihr „nicht irgendwann die Synonyme für die Geschlechtsteile“ ausgingen? Dazu muss sie sagen: jein. ellen sucht nicht krampfhaft nach Synonymen, sondern verwendet einfach die geläufigen Bezeichnungen: Schwanz und Möse, notfalls auch mehrfach, wieso nicht. Sie findet es albern, Worte zu wählen wie ‘Liebesstab’ und ‘Liebespforte’ oder ‘Lustpfahl’ und ‘Lusthöhle’ und was einem da noch so einfallen könnte an angeblich phantasievollen Umschreibungen. Auch auf Yoni und Lingam auszuweichen, erscheint ihr unsinnig.

Aber  das ist auch wieder eine Geschmacksfrage. Ellen mag Worte, die in ihren Ohren schön klingen und dazu gehört durchaus auch Möse und auch Fotze (oder noch lieber: Votze, da hört man sie doch schon leise und feucht schmatzen), die sie nicht als abwertend empfindet. Nein, ‘Möse’ ist ihr Favorit. Daneben lässt sie noch ‘Muschi’ gelten, auch wenn es ein bisschen albern ist, aber es lässt an ein behaartes kleines Kätzchen denken, manchmal ganz niedlich und passend. Ja, ‘Kätzchen’ kann man dazu natürlich auch sagen. Auch an Vagina und Vulva ist überhaupt nichts auszusetzen (wenn man sie denn für die passenden Teile des weiblichen Geschlechts verwendet), im Gegenteil, Vulva erzeugt klanglich schon beinahe den wunderbaren Hohlraum, den sie verbirgt.

Scheide geht nur manchmal, da muss ellen an Schwerter denken und die dazugehörigen Futterale und das macht ein sehr ungutes Gefühl im Bauch. Viel besser natürlich: Feige, das klingt einfach lecker und da wären wir wieder bei der Verbindung zwischen Sex und Essen. Und dann natürlich ganz wichtig: Klitoris, Kitzler (noch besser), Lustknospe oder auch nur Knospe. ‘Knospe’ gibt das Aussehen ja gar nicht einmal so schlecht wieder. Eigentlich ist das ja schon eine ganze Menge, denn bei männlichen Geschlechtsteilen ist ellen ungleich einfallsloser: ein Schwanz ist ein Schwanz ist ein Schwanz.

Glied und Penis, nun ja, das ist irgendwie zahnlos und medizinisch, aber erträglich. Phallus geht noch, an bestimmten Stellen, noch besser ‘Phallos’. Und – wieder wichtig – natürlich Eichel. Kein wirklich schönes Wort, aber notwendig. Glans klingt schöner, ist aber irgendwie unüblich, oder? Und, was ja manchmal vergessen wird: die Eier oder Hoden. Beides keine schönen Wörter. Aber Scrotum klingt nach Einzahl und das dürfte ja manchen Männern wiederum Bauchschmerzen bereiten (ja, ellen weiß, dass das streng genommen den ‘Hodensack’ bezeichnet). Und Testikel, nunja, da muss ellen an Tintenfische denken und mit denen mag man ja keinen Sex, oder? Ach ja, einfach ‘Geschlecht’ ist auch sehr schön, das hat dann etwas androgynes, weil man es für beide ‘Geschlechter’ verwenden kann.

Das soll hier keine Anatomie-Stunde werden, denn worum es ellen eigentlich geht, ist die Wortwahl, der Klang der Wörter, die die schönste Sache der Welt und alle dazugehörigen Teile bezeichnen. Man muss da nichts unnötig versüßen und verzärtlichen und überall ein -chen anhängen (obwohl ellen Vötzchen ganz gut gefällt), aber man muss auch nicht übertrieben grob werden, das ist der Würde der Sache und ellens Liebe dazu nicht angemessen. Es gibt Worte, die sind einfach zu unschön, um sie zu verwenden!

‘Geil’ ist etwa so ein unschönes Wort, irgendwie derb und brutal. ellen würde nie sagen: „Ich bin geil“, sondern immer „ich habe Lust“ oder vielleicht „ich will Dich“ oder „kommst Du ficken?“. Ja, ficken, auch vögeln, gar kein Problem (und vögeln: da muss man ja schon an den abschließenden Schwebeflug denken, oder nicht?). Aber wichsen oder gar wixen? Nein, das geht gar nicht! Hier hat man doch Auswahl: also bitte lieber masturbieren, onanieren, sich selbstbefriedigen, es sich selbst machen oder auch besorgen. Und abgegriffene tierische Vergleiche wie Stute und Hengst: autsch, das tut wirklich weh (ganz abgesehen von Ehestute, grauenhaft!).

Okay, das reicht, ich glaube, es ist alles klar: ellen redet gerne über Sex (noch lieber schreibt sie darüber) und sie hat keine Scheu, sich klar und deutlich auszudrücken. Aber es gibt eine Grenze und die heißt Geschmacklosigkeit. Aber trotzdem: ellen legt auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage, ihr dürft also ruhig weiterhin hier kommentieren, wie euch der Schnabel gewachsen ist! Aber gewisse Worte werdet ihr eben nie von ellen hören.

Und falls euch wirklich mal die Worte ausgehen sollten, dann empfehle ich euch folgendes Buch: Jean-Claude Carrière: Mit anderen Worten, ein erotischer Sprachführer, da wird man sicher fündig! Achja, die Vaginamonologe von Eve Ensler darf man in diesem Kontext natürlich auch keinesfalls vergessen! Oder habt ihr selbst eigene Lieblingsbezeichnungen für Geschlechtsteile und alles, was man damit machen kann?

8 Antworten zu “Wortwahl”

  1. spricht mir aus der Seele. Erotische Texte zu lesen, in der die Geschlechtsteile in jedem Satz anders benannt werden finde ich anstrengend und … mal gar nicht erotisch. Dasselbe gilt auch für wortgewandte Gesprächs/Liebespartner. Da muss ich doch eher belustigt mit den Augen rollen :)

  2. Was eindeutig fehlt:
    Löris.
    Und Fink.

  3. ellenunddersex Sagt:

    @Klaudia: ja, das geht mir ganz genauso! Beides. ;-)

    @MC Winkel: Bitte was? Das habe ich noch nie gehört! Und was bezeichnet das: männlich oder weiblich? Löris könnte mir klanglich durchaus gefallen. Ist das ein bestimmter Dialekt oder so?

  4. Löris kommt aus Köln, und ja: m.
    Und Fink… woher das kommt, weiß ich nicht, aber auch: m. :)

  5. lörres heisst das in Köln ;-) und auch bei uns in Düsseldorf

  6. ellenunddersex Sagt:

    Ahja, danke, da tun sich mir ja neue Welten auf. Aber doch, Löris/lörres ist ganz hübsch!

  7. [...] ellen und der sex ein erotischer blog über sex und andere süßigkeiten « Wortwahl [...]

  8. nun ja, warum werden viele eindeutig-zweideutige Begriffe für Eindeutiges verwendet? Vielleicht weil sonst die große Sprachlosigkeit beginnt?

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