Archive for August, 2008


Mitten in dem erotischen Roman (autobiographisch und pornographisch), den ellen gerade liest, findet man das Rezept zu einer ‘Crostata’, also einem italienischen Mürbeteig-Frucht-Kuchen. Komisch, oder? Die Erklärung ist aber ganz einfach: die Erzählerin Michelle behauptet, dass man mit diesem Rezept einfach jeden herumbekommen könne. Und das passt ja gut zu ellens Theorie, dass Sex und Essen stark zusammenhängen. Also will ellen euch dieses ultimative, aphrodisierende und wirklich sehr köstliche Kuchen-Rezept nicht vorenthalten:

Teig:

250 g Mehl, 50 g gemahlene Mandeln, 150 g kalte Butter (direkt aus dem Kühlschrank und in Stücke geschnitten), 80 g Puderzucker, 1 ganzes Ei und 1 Eigelb, 1 Prise Salz, abgeriebene Schale 1 Bio-Zitrone

Alles zusammen zu einem Teig verkneten (mit den Händen, erst in der Schüssel, dann auf der Arbeitsfläche), daraus eine Kugel formen und in Folie verpackt in den Kühlschrank geben, mindestens eine Stunde dort drinlassen (besser noch 6 Stunden, der Teig hält sich dort auch bis zu 3 Tage). Danach 3/4 des Teiges auf der bemehlten Arbeitsfläche oder zwischen Frischhaltefolie rund ausrollen, so dass der ‘Teigfladen’ etwas größer ist als die runde Form, die man zu benutzen gedenkt, Form buttern, Teig geschickt hineingeben und damit auch einen 2-3 cm hohen Rand ‘bauen’. Die Form samt Teig stellt man wieder in den Kühlschrank, genauso das restliche 1/4 des Teiges.

Füllung:

500 g Frucht (ohne Kerne etc. wiegen und in Stücke teilen), Saft von 1 Zitrone, ca. 100 g brauner Zucker (je nach Fruchtsorte) zusammen ca. 40 min im Topf einköcheln lassen, bis die Konsistenz marmeladenartig ist. Wenn es zu flüssig bleibt, 2 TL Speisestärke in etwas Flüssigkeit anrühren (damit nichts klumpt) und dann unter die Fruchtmasse rühren.

Basteln und Backen:

Den Kuchenboden noch mehrmals mit einer Gabel einstechen, dann die Fruchtfüllung darauf verteilen. Das restliche Viertel des Teiges ausrollen, in Streifen schneiden und gitterartig auf den Kuchen legen (wie bei einer Linzer Torte), den Rand (wenn er über die Füllung ragt, noch ein wenig nach unten drücken). Ein Eigelb mit 2 EL Milch verrühren und auf die Teigstreifen pinseln. Kuchen in den auf 200 Grad vorgeheizte Backofen geben und ca. 40 Minuten backen, bis er durch und schön braun ist. Dann sieht er ungefähr so aus:

Klingt alles ein wenig kompliziert, aber eigentlich ist es das gar nicht. Einfach mal ausprobieren! Man mag natürlich dennoch fragen, warum ellen euch das hier als erotisches Rezept präsentiert. Einerseits kann man den Kuchen sehr gut mit Pflaumen machen. Gut sind zwar auch Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen oder Himbeeren, aber bei ‘Pflaume’ wären wir ja wieder bei einer sehr schönen Wortwahl für weibliche Geschlechtsteile. Hier also keine aphrodisierenden Zutaten, dafür aber durch die Pflaumen sexy. Oder man nimmt eben Feigen, das kommt ja aufs selbe raus. ;-)

Und wie kommt die Michelle aus ellens pornographischem Roman nun an dieses Rezept? Michelles Lebensphilosophie ist es, Herrin über sich und ihren Körper zu sein, lasziv und sachlich, intelligent und herzlich, die Lust in den Körpern der anderen zu suchen und ihren Körper darzubieten, um Lust zu verschaffen. Die Siebzehnjährige jobbt in einer Konditorei und wirft sich nach einer Weile dem sehr hübschen Konditor Alex an den Hals, weil sie große Lust hat, es mit ihm dort in der Konditorei “zwischen Puderzucker und Tortencreme” zu treiben.

Sie versteckt sich also nackt im Umkleideraum bis Alex auch kommt und als dieser gerade die Arbeitshose auszieht, umarmt sie ihn, küsst ihn, drängt sich an ihn. Alex lässt das geschehen, bleibt aber seltsam unbeteiligt, auch als Michelle nach seinem Schwanz greift, ist der ganz schlaff. Sie fragt ihn, schon ein wenig erbost, ob sie ihm denn nicht gefalle und Alex gesteht, dass er gerade zum ersten Mal eine Frau küsst: er ist schwul. Nach einer peinlichen Pause müssen beide lachen und erzählen sich, dass sie jeweils mit vielen Männern schlafen (Michelle sagt, sie ficke so oft sie könne). Sie berühren und streicheln sich noch ein bisschen gegenseitig, aber nur aus Neugier, Zärtlichkeit.

Und Alex rät ihr dann: wenn er jemanden treffe, den er will und der nichts von ihm will, dann mache er einen Kuchen, eine Torte, eine Süßspeise für ihn und dann liebe der ihn sofort. Und er bringt Michelle bei, die Crostata nach obigem Rezept zuzubereiten, das Rezept, mit dem man jeden verführen kann. ellen gibt zu, dass dies kein Gericht ist, das man auf dem Körper verteilen und ablecken kann, auch keines, das man sich irgendwo hinstecken kann und auch keines mit erotisierenden Zutaten. Die gibt es dann das nächste Mal. Aber es ist ein Rezept für den Anfang, wenn ihr jemanden erst noch ins Bett bekommen wollt. Also viel Erfolg dabei!

Wortwahl

ellen wurde über twitter gefragt, ob ihr “nicht irgendwann die Synonyme für die Geschlechtsteile” ausgingen? Dazu muss sie sagen: jein. ellen sucht nicht krampfhaft nach Synonymen, sondern verwendet einfach die geläufigen Bezeichnungen: Schwanz und Möse, notfalls auch mehrfach, wieso nicht. Sie findet es albern, Worte zu wählen wie ‘Liebesstab’ und ‘Liebespforte’ oder ‘Lustpfahl’ und ‘Lusthöhle’ und was einem da noch so einfallen könnte an angeblich phantasievollen Umschreibungen. Auch auf Yoni und Lingam auszuweichen, erscheint ihr unsinnig.

Aber  das ist auch wieder eine Geschmacksfrage. Ellen mag Worte, die in ihren Ohren schön klingen und dazu gehört durchaus auch Möse und auch Fotze (oder noch lieber: Votze, da hört man sie doch schon leise und feucht schmatzen), die sie nicht als abwertend empfindet. Nein, ‘Möse’ ist ihr Favorit. Daneben lässt sie noch ‘Muschi’ gelten, auch wenn es ein bisschen albern ist, aber es lässt an ein behaartes kleines Kätzchen denken, manchmal ganz niedlich und passend. Ja, ‘Kätzchen’ kann man dazu natürlich auch sagen. Auch an Vagina und Vulva ist überhaupt nichts auszusetzen (wenn man sie denn für die passenden Teile des weiblichen Geschlechts verwendet), im Gegenteil, Vulva erzeugt klanglich schon beinahe den wunderbaren Hohlraum, den sie verbirgt.

Scheide geht nur manchmal, da muss ellen an Schwerter denken und die dazugehörigen Futterale und das macht ein sehr ungutes Gefühl im Bauch. Viel besser natürlich: Feige, das klingt einfach lecker und da wären wir wieder bei der Verbindung zwischen Sex und Essen. Und dann natürlich ganz wichtig: Klitoris, Kitzler (noch besser), Lustknospe oder auch nur Knospe. ‘Knospe’ gibt das Aussehen ja gar nicht einmal so schlecht wieder. Eigentlich ist das ja schon eine ganze Menge, denn bei männlichen Geschlechtsteilen ist ellen ungleich einfallsloser: ein Schwanz ist ein Schwanz ist ein Schwanz.

Glied und Penis, nun ja, das ist irgendwie zahnlos und medizinisch, aber erträglich. Phallus geht noch, an bestimmten Stellen, noch besser ‘Phallos’. Und – wieder wichtig – natürlich Eichel. Kein wirklich schönes Wort, aber notwendig. Glans klingt schöner, ist aber irgendwie unüblich, oder? Und, was ja manchmal vergessen wird: die Eier oder Hoden. Beides keine schönen Wörter. Aber Scrotum klingt nach Einzahl und das dürfte ja manchen Männern wiederum Bauchschmerzen bereiten (ja, ellen weiß, dass das streng genommen den ‘Hodensack’ bezeichnet). Und Testikel, nunja, da muss ellen an Tintenfische denken und mit denen mag man ja keinen Sex, oder? Ach ja, einfach ‘Geschlecht’ ist auch sehr schön, das hat dann etwas androgynes, weil man es für beide ‘Geschlechter’ verwenden kann.

Das soll hier keine Anatomie-Stunde werden, denn worum es ellen eigentlich geht, ist die Wortwahl, der Klang der Wörter, die die schönste Sache der Welt und alle dazugehörigen Teile bezeichnen. Man muss da nichts unnötig versüßen und verzärtlichen und überall ein -chen anhängen (obwohl ellen Vötzchen ganz gut gefällt), aber man muss auch nicht übertrieben grob werden, das ist der Würde der Sache und ellens Liebe dazu nicht angemessen. Es gibt Worte, die sind einfach zu unschön, um sie zu verwenden!

‘Geil’ ist etwa so ein unschönes Wort, irgendwie derb und brutal. ellen würde nie sagen: “Ich bin geil”, sondern immer “ich habe Lust” oder vielleicht “ich will Dich” oder “kommst Du ficken?”. Ja, ficken, auch vögeln, gar kein Problem (und vögeln: da muss man ja schon an den abschließenden Schwebeflug denken, oder nicht?). Aber wichsen oder gar wixen? Nein, das geht gar nicht! Hier hat man doch Auswahl: also bitte lieber masturbieren, onanieren, sich selbstbefriedigen, es sich selbst machen oder auch besorgen. Und abgegriffene tierische Vergleiche wie Stute und Hengst: autsch, das tut wirklich weh (ganz abgesehen von Ehestute, grauenhaft!).

Okay, das reicht, ich glaube, es ist alles klar: ellen redet gerne über Sex (noch lieber schreibt sie darüber) und sie hat keine Scheu, sich klar und deutlich auszudrücken. Aber es gibt eine Grenze und die heißt Geschmacklosigkeit. Aber trotzdem: ellen legt auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage, ihr dürft also ruhig weiterhin hier kommentieren, wie euch der Schnabel gewachsen ist! Aber gewisse Worte werdet ihr eben nie von ellen hören.

Und falls euch wirklich mal die Worte ausgehen sollten, dann empfehle ich euch folgendes Buch: Jean-Claude Carrière: Mit anderen Worten, ein erotischer Sprachführer, da wird man sicher fündig! Achja, die Vaginamonologe von Eve Ensler darf man in diesem Kontext natürlich auch keinesfalls vergessen! Oder habt ihr selbst eigene Lieblingsbezeichnungen für Geschlechtsteile und alles, was man damit machen kann?

Kein Sexshop in Venedig

Hinweis: dies gehört zum noch titellosen “erotischen Briefroman” (deshalb die Ich/Du-Form), der hier kapitelweise entstehen wird oder auch nicht. Zumindest fängt ellen mal an.

Okay, Du hast mich gefragt, wie der Urlaub war, den ich gemacht habe, bevor wir uns kennenlernten, auf dessen Rückreise wir uns kennenlernten, wo ich war und was ich getan habe. Jetzt bist Du wieder weg und ich denke an Dich und schreibe es Dir, wieso nicht.

Es gibt ja die unterschiedlichsten Arten, Urlaubsorte auszusuchen: ob man ans Meer oder in die Berge, in die Stadt oder aufs Land will oder ob man eher Abenteuer oder Ruhe sucht. Ich aber suche meine Urlaubsorte danach aus, ob es dort einen guten Sexshop gibt. Erstens hat man dann schon einmal etwas zu sehen, es wird nicht langweilig, selbst wenn die Stadt trostlos oder die Bekannten, die man besucht, unausstehlich sind. Zweitens aber ist der schreckliche Notfall abgewendet, dass ich meinen Vibrator vergessen habe und an jenem Ort keinen neuen bekommen kann. Denn ich ohne Vibrator, das ist anstrengend, was sage ich, das ist völlig nervenaufreibend, aber sicher kein Urlaub.

Paris etwa eignet sich ohne weiteres. Oder Rom oder natürlich Berlin und Hamburg erst recht. In Venedig zum Beispiel gibt es aber keinen einzigen Sexshop. Man fragt sich, warum eigentlich, in dieser Stadt der Liebe, der Heiratsanträge und Hochzeitsreisen. Es gibt einige Sexshops auf dem Festland, in Mestre, in Chioggia oder Marghera, aber auf der wunderschönen Insel, deren Umriss einem Fisch gleicht, dort wo Touristenströme sich an manchen Stellen fast tottreten, dort gibt es keinen. Außerdem heißen Sex-Shops in Italien natürlich nicht ‘Sex Shop’, sondern ‘Sexy Shop’, warum auch immer, als sei der Laden selbst ‘sexy’, was aber nur sehr selten der Fall ist.

Wenn das mit meinem Studium nichts werden sollte und mir gar nichts anderes einfällt, werde ich jedenfalls einen eröffnen, einen Sexy-Shop in Venedig, der wirklich sexy wäre. Es ist ja nicht einzusehen, warum ein Paar vor oder kurz nach der Hochzeit in Venedig nicht einmal auf die Idee kommen sollte, sich das Sexleben ein wenig zu versüßen, zu variieren, Neues zu entdecken. Das ist doch mehr als naheliegend! Ganz abgesehen von all den armen Venezianern, die bisher ohne auskommen müssen. Der Altersdurchschnitt dort steigt ja, also gibt es auch immer mehr alte Witwen und Witwer, die sicherlich ein wenig Abwechslung in ihrem einsamen Liebesleben vertragen könnten.

Ich halte das mit dem Sexshop in Venedig für einen ausgezeichneten Plan und stelle mir schon vor, wie ich meinen Laden im Erdgeschoss eines alten Palazzos mit wahnsinnig hohen Decken, dunkelroten schweren Vorhängen vor den Fenstern, die direkt auf den Canal Grande gehen, so einrichte. Ein dunkelroter, dicker Teppich, der alle Geräusche schluckt, ein Kronleuchter aus Murano mit tausend glitzernden Glaskristallen, ein wenig goldener Stuck an der Decke. Und ich stelle mir vor, wie ich eine dunkelrote Gondel zur Werbefahrt ausstatte, mit einem unverschämt gutaussehenden Gondoliere, unter dessen anliegendem, gestreiften Shirt sich die Muskeln abzeichneten. Der würde dann Liebespaare direkt von den Gassen Venedigs in meine Lusthöhle entführen oder im Sommer auch mal mit ihnen in die Lagune hinausrudern, damit sie sich dort unter freiem Himmel mit ihren Neuerwerbungen aus meinem Shop vergnügen könnten.

Ich stelle mir vor, wie die dunkelrote Gondel inmitten der abendlich dunkelblauen, einsamen Lagune schaukelt, ein Paar sich lachend Dildos in die Öffnungen schiebt und Vibratoren an empfindlichste Stellen hält, während mein schöner Gondoliere, der schon alles gesehen hat, lächelnd in die Ferne blickt. Das ist doch ein schönes Bild, oder? Oder wie sich mein Gondoliere in Ausnahmefällen beteiligt, wenn er und meine Kunden Lust haben und wie er dann in der Gondel steht, das Ruder immer in der Hand und die Frau vor ihm kniet und ihm seinen schlanken, langen Schwanz bläst, während ihr Freund sie von hinten fickt und den neuen Vibrator an ihre Klitoris hält, bis sie ihre Schreie über die weite Lagune schicken und damit die Seevögel erschrecken.

Außerdem hätte ich in meinem Sexshop einen kleinen Extra-Raum auf der Seite, ein Separée, in dem jedes Spielzeug zuerst getestet werden kann, bevor es gekauft wird. Auch zu zweit. Dann hätte ich jedenfalls keine Probleme mit all den Leuten, die es für eine notwendige Erfahrung halten, es in den engen, hässlichen Kabinen der gewöhnlichen Sexshops heimlich zu machen. Nein, bei mir wäre das völlig in Ordnung, der Raum groß genug, mit Stuhl und einer Liege. Das lustvolle Stöhnen, das aus diesem absichtlich schlecht isolierten Raum in meinen Laden dringen würde, wäre sicher eine starke Kaufanregung für andere Kunden und würde meinen Laden schnell bekannt machen. Vielleicht hätte ich eine kleine Kamera in dem Raum versteckt und würde mir nach Feierabend ansehen, was meine Kunden im Separée getrieben hätten, wie sie sich geliebt und gespielt hätten.

Bekannt wäre ich außerdem für meine ausgezeichnete Beratung: die alte Contessa aus dem venezianischen Hochadel, die ebenfalls einen Palazzo am Canal Grande besitzt, würde den versteckten Hintereingang in einer kleinen Gasse benutzen, ich würde ihr jeden Wunsch von den Lippen lesen und sie könnte mit meiner absoluten Diskretion rechnen. Ich würde niemandem verraten, dass sie auf riesige, schwarze, geäderte Dildos steht und sich am liebsten Schwulen-Pornos ansieht.

Den Frauen würde ich nur die besten Vibratoren anbieten, sortiert nach der gewünschten Vibrationsstärke, in den ausgefallensten Formen und Farben und sie könnten in meinem Extra-Zimmer jeden Dildo ersteinmal in ihre feuchte Spalte stecken, um die richtige Größe zu finden. Gerne würde ich sie dabei auch begleiten und ihnen behilflich sein, wenn sie dies wünschten: die jungen Frauen würde ich langsam entkleiden, nur ihre hochhackigen Schuhe dürften sie anbehalten, dann würde ich niederknien und sie lecken, meine Zunge über ihre Klitoris fahren lassen und in ihre Mösen stecken, flink und zart, bis sie feucht genug wären.

Dann dürften sie sich auf die mit dem frischen dunkelroten Laken bezogene Liege legen und ich würde sie sanft mit den Dildos aus meinem Sortiment ficken: ich würde mit dem kleinsten, dünnsten beginnen, den ich noch vorsichtig in ihre nasse Muschi stecke, nur sanft hinein- und herausgleiten lasse. Dann würde ich wechseln, zu größeren, dickeren, bis ich merke, dass einer meine Kundin ganz ausfüllt, dass er sich anschmiegt an das Innere ihrer triefenden Vagina, dass er wie für sie geschaffen ist, genau die Größe und Dicke, die sie braucht. Erst dann würde ich die Stöße mit diesem Dildo etwas beschleunigen, mit entschiedeneren Bewegungen in sie stoßen und mich gleichzeitig über sie beugen und an ihrer Klitoris saugen, bis sie kommt. Sie könnte gar nicht anders, als diesen sorgfältig ausgewählten Dildo zu kaufen.

Auch mit Männern ginge ich natürlich äußerst einfühlsam um: wenn diese ein Geschenk für ihre Frau, Freundin oder Geliebte suchten, dann erbäte ich eine möglichst genau Beschreibung ihres Aussehens, ihrer Vorlieben, ihrer Art zu kommen und am besten ein Foto ihrer geöffneten, gespreizten Mösen, bei denen Lage und Größe der Klitoris gut zu erkennen wäre. Wenn mir ein Mann diese Auskünfte nicht erteilen könnte, dann würde ich ihn zu seiner Partnerin schicken, um zu fragen, um genau zu schauen und zu fotografieren. Und wäre mir so schon sicher, dass die beiden einen unvergesslichen Abend zusammen hätten, wenn sie ihm erklärt und zeigt, wie sie es sich am liebsten selbst macht und er gut zuhört und nachfühlt und nachahmt und Fotos von ihrem feuchten Geschlecht und ihrer erigierten Knospe schießt, ein unvergesslicher Abend für beide, währenddessen und danach.

Sicher würde dieser Mann zurückkommen und nach mehr fragen, wir würden zusammen die Fotos von seiner Freundin begutachten, wir würden gemeinsam davon schwärmen, wie schön das weibliche Geschlecht doch allgemein sei und seine Freundin im Besonderen. Wahrscheinlich würde ich ihm dann einen Vibrator empfehlen und ihn auffordern, seine Partnerin das nächste Mal doch einfach mitzubringen. Oder wir sprächen weiter über seine Phantasien, wir würden weiße, ganz unschuldige Dessous heraussuchen oder ein schwarzes Lederkorsett, einen Analdildo für ihn, Fesseln, eine Augenbinde und eine kleine Peitsche.

Ich stelle mir vor, wie der vierzigjährige Sprössling einer uralten venezianischen Adelsfamilie zu mir kommt, einer dessen Vorfahren mal als Dogen über Venedig herrschten, wie ich mich geehrt fühle durch seinen Besuch und entzündet durch den Blick seiner dunkelblauen Augen. Das schwarze Haar ist an seinen Schläfen schon leicht ergraut, sein Körper schlank und ich wünsche mir nichts so sehr, wie ihm seinen eleganten Anzug vom Körper zu reißen. Ich versuche mit ihm zu plaudern, wir reden über Venedig, das Wetter und die Geschäfte, bis er mich fragt, ob ich einen Penisring für ihn hätte, einen metallenen, aber bitte in ‘seiner’ Größe.

Herrje, ich bin aber auch völlig vom Thema abgekommen. Ich wollte Dir eigentlich schreiben, wie mein Urlaub war, der bevor wir uns kennengelernt haben, der, der gar nicht in Venedig war und von dem wir gemeinsam zurückkehrten. Aber die Phantasie hat mich davongetragen. Und natürlich werde ich Dir auch nicht verheimlichen, was es mit dem gutaussehenden Dogenabkömmling und ‘seiner’ Größe auf sich hat. Aber das verrate ich erst beim nächsten Mal.

Erotische Rezepte

Neben Netzfundstücken, erotischen Geschichten und anderem sollen hier auch Rezepte für erotische Gerichte stehen. Warum?, kann man fragen. Weil ellen gerne kocht und weil Sex und Essen jede Menge miteinander zu tun haben. Weil Essen Verführung sein kann und Vorspiel, weil Kochen ein Liebesbeweis ist und die Liebe erhalten kann, die nicht nur sprichwörtlich durch den Magen geht. Wenn ihr irgendjemanden verführen wollt, dann kocht für sie/ihn, verwöhnt sie/ihn richtig, ein guter Wein dazu und dann nichts wie ab ins Bett!

Essen ist ein Fest der Sinne, regt die Genussfähigkeit an, macht wach und wohlig und warm. Und manchmal ist es auch ein Hinweis, wie jemand im Bett ist: wer beim Essen genießen kann, der kann es auch beim Sex, wer sich beim Kochen Mühe gibt, die Sinne mit Genüssen neckt, variiert und verwöhnt, der ist vielleicht auch jemand, der den anderen im Bett zum Genießen bringt und zu verwöhnen weiß. So zumindest ellens Theorie. Also: erst essen, dann vögeln!

Oder das Essen gleich mit ins Bett nehmen, die Sushi auf seinem Körper anrichten, den Nabel mit Sojasauce gefüllt, während die Stäbchen bereit liegen, um damit nicht nur nach dem Essen zu greifen, sondern auch, um sie vorsichtig, ganz vorsichtig in gewisse Öffnungen zu stecken. Die Karotten, Zucchinis, Gurken und Bananen in Kondome verpacken und als Dildos testen. Dem anderen die Sprühsahne vom Leib lecken, gerne auch eine Mousse au chocolat, oder den Honig vom Schwanz. Mit ganz normalem Speiseöl massiert werden und massieren, bis der andere kommt. Das Sperma dann als Nachtisch. Wenn Essen und Sex nicht zusammenhängen, dann weiß ellen auch nicht.

Mal abgesehen vom Kochen an sich, das ohnehin einem Liebesakt gleicht (die Vorbereitung = Vorspiel, das Kochen/Braten/Backen etc. selbst = Sex mit allen Variationen, das Essen des Gekochten = der Orgasmus, der Höhepunkt und gleichzeitig das Vergehen und Wieder-Verschwinden der Lust), abgesehen davon gibt es dann natürlich noch eine besondere, erotische Küche, mit bestimmten Zutaten, die angeblich die Leidenschaft anfeuern und erregend wirken, durchblutungsfördernd oder wie auch immer, Rezepte, die oft lange überliefert wurden. Wie viel davon wirklich stimmt und wirkt, wagt ellen allerdings nicht zu beurteilen.

Und wahrscheinlich ist es auch viel einfacher: Kochen selbst und ein gutes Essen entspannen und machen Lust und bereit zu neuen Abenteuern. Deshalb wird ellen hier also ab und an erotische Rezepte einstellen, denn sie wünscht sich: kocht, esst und fickt gut!

Monogamie und ellen, das ist ja so eine Hassliebe. Das ist oft ein Problem. Manchmal ein Vergnügen. Und meistens schwierig. ellen dachte ja immer, dass das mit der Zeit, mit dem Alter mal nachlässt, dieses Gefühl, etwas zu verpassen, noch so schrecklich viel erleben zu wollen, noch nie eine Frau mit einem Dildo oder mit zwei Männern gleichzeitig gevögelt zu haben. Aber es lässt nicht nach. Immer noch nicht. Diese übergroße Neugier, der Hunger nach Neuem bleibt. Und der Gedanke, dass man vielleicht den Rest seines Lebens (wenn sozusagen alles gut geht) nur noch mit einem einzigen Mann schlafen soll, bleibt immer noch unerträglich, der wird nicht süßer.

Ganz gut klappt das mit ellen und der Monogamie immer nur am Anfang, in der allerersten, verliebtesten Phase, so frische drei bis sechs Monate lang. Dann wird es schon mühsam. Bisher hat ellen alle ihre Freunde, alle ‘Lebensgefährten’ betrogen, jeden einzelnen, aber jeden anders. Nur den jetzigen noch nicht, noch nie. Und das soll auch so bleiben. Vielleicht ist dieser Sexblog deshalb auch eine Art Sublimation, eine Möglichkeit etwas auszuleben, sozusagen als Cyber-Sex, Sex mit Buchstaben im Netz, Sex mit Erinnerungen und Phantasien, ohne dabei den zu verletzen, den ellen liebt.

Aber das ist nur eine Interpretation. Die andere ist noch einfacher: ellen liebt Sex, sie interessiert sich sehr für Sex, eigentlich für nichts so sehr wie für Sex, sie denkt beinahe dauernd daran, sie will ihn fast immer, sie bekommt ihn nicht immer, sie macht es sich oft und gerne selbst und sie schreibt gerne darüber. Und dann freut ellen sich, wenn das jemand liest. Und vielleicht auch noch einen Kommentar hinterlässt, hier. Also ein Blog für den monogamen Sex, aber durchaus nicht nur über monogamen Sex. Da steht ja auch schon, worum es hier gehen soll:

um Fundstücke aus dem Netz und vor allem aus anderen erotischen Blogs, um Literaturkritik – aber nur Bücher erotischen bis pornographischen Inhalts, versteht sich -, um Sexspielzeug (ellens heißgeliebte Vibratoren!) und erotische Gerichte, denn die beflügeln die Liebe, um sexuelle Erlebnisse, erotische Phantasien und Geschichten, um Sex, den ellen bekommt und auch um den, den sie nicht bekommt, um Sex, den ellen erlebt hat und um den, den sie nie erleben wird. Und – wie dort erwähnt – vielleicht entsteht dabei ja der erotische Briefroman, den ellen schon so lange schreiben will, wer weiß. Vielleicht ist es leichter, ihn kapitelweise hier zu schreiben, in einzelnen Briefen an ein unbestimmtes ‘Du’, als ihn alleine im stillen Kämmerlein und am Stück zu schreiben. Vielleicht wird das aber auch einfach nichts, davon lässt ellen sich überraschen.

An der Seite hier wird auch noch ein wenig gebastelt werden, das ist ja nur ein Anfang und übrigens: braucht ellen diese FSK-Warnung auf der Seite? Die steht ja so ähnlich in vielen Erotik-Blogs, aber eigentlich ist das doch unsinnig: erotische Bücher haben ja auch keine Warnung aufgedruckt, warum also ein Blog? Nun gut, so weit also erst einmal zu ellen, dem Sex, der Monogamie und diesem erotischen Blog. Und wenn ihr auch twittert, dann followed ellen doch gerne hier.

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